Online vs. Offline: Welcher Nachhilfeunterricht ist besser?


Nicht immer fällt es Kindern und Jugendlichen leicht, sich den Schulstoff allein durch Präsenzunterricht und Hausaufgaben anzueignen. Fehlt es sowohl Eltern als auch Lehrkräften an Zeit, einzelne Aspekte noch einmal detailliert zu erklären, kann dies zu einer Verschlechterung der Leistungen führen. Zusätzliches Lernen ist daher in vielen Fällen wichtig. Nachhilfelehrer können dabei helfen und sind inzwischen sowohl digital als auch offline tätig. Aber welche Option ist die bessere?

Lernen am PC: Digitalisierung schreitet auch in der Schule voran.
(Quelle: Denise Jans on Unsplash)

Online Nachhilfe: Flexibilität inbegriffen

Die meisten Schülerinnen und Schüler sind heute sehr gut dazu in der Lage, mit digitalen Medien umzugehen. Das eigene Smartphone in der Tasche, ein Computer im Zimmer und die Spielekonsole im Wohnbereich helfen dabei, diese neue Dimension zu verstehen und als Selbstverständlichkeit in das Leben zu integrieren.

Durch die Krise rund um das Coronavirus hat sich das sogenannte Distance Learning noch einmal deutlich schneller etabliert als gedacht. Sogar das Landesmuseum Zürich bietet entsprechendes Material. Die junge Generation leidet daher deutlich seltener an Berührungsängsten, wenn es um neue digitale Lösungen geht. Dies ebnet den Weg für online Nachhilfe per Webcam.

Nachhilfe per Webcam: Kein Problem für die meisten Schüler und Schülerinnen.
(Quelle: Annie Spratt on Unsplash)

Ein klarer Vorteil der Nachhilfe über das Internet ist, dass diese zeitlich deutlich flexibler stattfinden kann und keine Anfahrtswege in Kauf genommen werden müssen. Nachhilfelehrer und Schüler müssen sich lediglich einloggen und schon kann die Stunde stattfinden. Dies bringt ganz automatisch auch eine gewisse Zeitersparnis mit sich.

Wie die Stunden ablaufen und wie zufrieden die Schüler sind, lässt sich anhand von Bewertungen von Familien erkennen, die Nachhilfe online mit Superprof nehmen. Das Portal bringt Lehrer sowie Schüler zusammen und erläutert in einem FAQ, welche Rahmenbedingungen für den digitalen Unterricht gelten.

Darüber hinaus ist Nachhilfe auf digitalem Wege nicht selten günstiger als Lernstunden vor Ort, denn Lehrkräfte müssen keine Anfahrt berechnen. Und selbst wenn die Nachhilfe an einem Ort ausserhalb des eigenen Zuhauses stattfindet, sind meist Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel oder Kraftstoff notwendig. Das sparen sich Eltern, wenn sie digitale Möglichkeiten in Anspruch nehmen.

Wichtig ist für das Lernen über das Netz, dass Schüler und Schülerinnen auf eine gute Infrastruktur in ihrem Zuhause zurückgreifen können. Wie das Schul-Barometer des Instituts für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie der Pädagogischen Hochschule Zug laut watson.ch zeigte, sind Schulkinder in der Schweiz bereits deutlich besser erreichbar als jene in Deutschland.

Nachhilfe vor Ort: Persönlicher Kontakt kann Vorteile bieten

Die klassische Form der Nachhilfe, bei der die Lehrkraft entweder in das Zuhause des Schülers kommt, oder die Stunden in einem Nachhilfezentrum stattfinden, ist trotz digitaler Optionen weiterhin eine Möglichkeit. Sie eignet sich vor allem für Jugendliche und Kinder, die im direkten Kontakt mit einem anderen Menschen besser lernen und sich wohler fühlen. In besonderem Masse gilt das für all jene, die sonst kaum mit digitalen Medien umgehen und sich zunächst eingewöhnen müssten.

Nachhilfe mit persönlichem Kontakt kann für digital unerfahrenere Schüler
eine Alternative darstellen.
(Quelle: ThisisEngineering RAEng on Unsplash)

Bei der Nachhilfe vor Ort stehen Lehrkräften und Schülern Methoden zur Verfügung, die sich digital nicht auf die gleiche Weise ausschöpfen lassen. Das Schreiben an eine Tafel beim Konjugieren englischer Verben oder auch das Erklären mit Hilfe von haptischen Werkzeugen wie Würfeln kann in manchen Fällen essenziell für den Lernerfolg sein.

Zweifellos gilt hier jedoch auch, dass sich Anfahrt, Terminplanung und nicht selten auch der finanzielle Aufwand im Vergleich zu Online Nachhilfe als weniger vorteilhaft entpuppen. Hinzu kommt, dass die Unterrichtsstunden vor Ort in besonderen Fällen wie beispielsweise im Rahmen der Coronakrise nicht stattfinden können, der digitale Unterricht jedoch unbeeinflusst bleibt.

Fazit: Eine individuelle Entscheidung

Ob digital oder analog. Bei Nachhilfe kommt es auf die Chemie zwischen Schüler und Lehrkraft, ein angenehmes Lernumfeld und die richtigen Methoden an. Im Prinzip bieten sowohl die Nachhilfe vor Ort als auch die digitale Alternative sehr gute Chancen, die persönlichen Leistungen in der Schule zu verbessern.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich für Familien, vor der Entscheidung zu überlegen, welche Option sich im individuellen Fall eher anbietet. Ein bereits ganz auf Digitalisierung eingestellter Schüler, der seine Stunden gerne möglichst flexibel planen und dabei so wenig Zeit wie möglich investieren möchte, wird mit dem Lernen per Webcam zufriedener sein als mit dem regelmässigen Besuch einer Lehrkraft.

Umgekehrt könnten sich gerade jüngere Schülerinnen und Schüler ohne nennenswerte Erfahrung mit digitalen Medien etwas sicherer fühlen, wenn die Lehrkraft persönlich anwesend ist.

Um herauszufinden, ob dies der Fall ist, sollten Familien vor der Entscheidung unbedingt gemeinsam über das Thema sprechen. Im Zweifelsfall hilft es dann, jeweils eine Probestunde in Anspruch zu nehmen und auf diese Weise herauszufinden, ob digitaler oder analoger Nachhilfeunterricht die bessere Wahl ist. Viele Lehrkräfte sind heute mühelos dazu in der Lage, auf beide Weisen zu unterrichten und bedienen somit eine noch breitere Gruppe an Kindern und Jugendlichen.

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